Donnerstag, 26. Mai 2016

Hallo zusammen...


Nach längerer Abesenheit wollte ich mich mal wieder bei euch melden und euch mitteilen das es mich noch gibt.
Ich habe seit Ende Februar viel Scheiße durchlebt.
Ich erlitt eine arterielle Thrombose des kompletten rechten Beines von der Leiste bis in den Fuß runter, als gratis Geschenk bekam ich dazu noch drei Lungenembolien kombiniert mit einer dicken Lungenentzündung. Sagen wir mal so wäre ich 10 Minuten später in die Klink gekommen, würde ich vermutlich heute nicht mehr Leben. Das alles nur dank einem Ärztefehler. Leute lasst euch gesagt sein, vertraut den Ärzten nicht blind und lasst euch kein X für ein U Vormachen! Ihr wisst ich komme aus dem medizinischen Bereich und selbst ich hab mich einwickeln lassen und erstmal vieles geglaubt obwohl ich es teilweise auch hätte Wissen müssen...
Im Krankenhaus fing ich dann an den Kopf im denn Sand zu stecken und Depressionen zu bekommen, da ich bis heute nicht über den fast Tod hinweg bin.

Nach dem Krankenhaus verbrachte ich vier Wochen zuhause, konnte kaum laufen hatte dicke Beine und habe mich zuhause fast täglich nur gequält, an Hausarbeit war kaum zu denken putzen ging nicht 5 min stehen ko und platt für den Rest des Tages, bügeln hmm für einen Wäschekorb hab ich eine Woche gebraucht ein Shirt bügeln, wieder hinlegen und ausruhen...
Ich war gebervt gereizt und zu stolz Hilfe anzunehmen von meinen Freunden, lieber habe ich schreiend und heulend auf dem Fußboden gelegen wenn ich vor Schmerzen oder Luftnot mal wieder zusammengebrochen bin. Die Fachkraft die anderen täglich half, wollte keine Hilfe es musste ja irgendwie gehen auch wenn es nicht ging.
Dazu kam dann das meine Freunde anfingen mich in "Watte" zu packen du musst das, du musst das so und so... Ich fing an noch agressiver zu werden und noch mehr dicht zu machen. Die ganzen Tipps und Hilfeangebote und vorallem das bevormunden nahmen überhand...

Ich beschloss allen Warnungen zum Trotz wieder mit Sport zu beginnen jeden Tag mit 5-15 min min steigender Wattzahl auf dem Ergometer und Laufband immer schön Thrombosetrümpfe an die ich wohl nie mehr loswerde da der Fuß durch die arterielle Thrombose zu 100% kaputt ist.
Ich stand mit Tränen in den Augen und quälte mich mein Trainer versuchte mich immer wieder auszubremsen und mein Arzt der an dem ganzen Scheiß schuld ist Sport gänzlich zu verbieten.
Ich habe meinen Trainer viel zu verdanken, wir entwickelten einen guten Trainingsplan nachdem wir unser Fachwissen zusammenngeschissen haben. Er musste auch schnell einsehen das er mich nicht ausbremsen konnte. 15min Cardio von wegen... Immer wenn ich wusste das er nicht im Dienst war versuchte ich 1,5 bis 2 Stunden auf dem Laufband oder Ergometer durchzuhalten, immer schön mit Brustgurt und immer schön die Warnzeichenndes Körpers im Blick.
Aber mir ging es gut von Tag zu Tag besser, laufen klappte besser, Schmerzen wurden weniger, ich fühlte mich einfach besser.

Nähen klappte aber weiterhin nicht wirklich, Stoffzuschnitt auf dem Boden dauerte ewig und war mit Schmerzen verbunden, das Bedienen der Maschine mit dem Fußpedal trieb mich zur Verzweiflung 1min nähen 20 min Pause ich hatte einfach keine Kontrolle über meinen Fuß und so brauchte ich z.B.  für einen einfachen Vorhang Tage was mir normalerweise sonst zügig von der Hand geht.

Da ich so die Lust am nähen für eine ganze Weile verlor bekann ich damit ein Kochbuch mit LowCarb und LowFat Rezepten zu schreiben. An dem Buch schreibe ich aktuell noch, wann ich es veröffentlich werde, steht aber noch nicht fest.


Im April musste ich in die AHB ausgeschrieben Anschlussheilbehandlung kurz Reha.
Schon in der ersten Woche der Reha bekann sich mein Gesundheitszustand erneut zu verschlechtern Luftnot beim Treppensteigen, dicke Beine durch die Wassereinlagerungen und was weiß ich nicht noch alles...  

Ich hatte anfangs einen sehr guten Arzt auf Reha ein Deutscher mir sehr guten und vielen Qualifikationen... Nur leider waren die Zustände in der Klink so schlimm das er sich entschloss zu kündigen. Ich bekam eine russische Ärztin die sehr schlecht Deutsch sprach und durch die Kommunikationsprobleme sich mein Zustand weiter verschlechterte. Gut ich bin vom Fach und wusste was helfen könnte, doch als Patient komme ich ohne Rezept auch nicht an benötigte Medikamente. Die Rehaklink war teilweise ein Alptraum. Schlecht geschultes Personal und Ärzte die kaum deutsch sprechen. Versteht mich nicht falsch ich habe nichts gegen außländische Ärzte aber das Sprachverständnis sollte schon so gut sein das man auf die Probleme von Patienten eingehen kann.

Ich habe aber ein paar tolle Mitpatienten kennengelernt... Einen Psychologen der mir das Kiten näherbrachte toller Sport, wenn man damit beschäftigt ist zu überlegen wie man den Drachen oben in der Luft hält grübelt man über alles andere nicht mehr nach... Einen Piloten, viele Leute aus meinem Berufsstand, war eine tolle Zeit mit denen man außerhalb des Rehaknastes ne tolle Zeit verbringen konnte und viel gesehen und erlebt hat. Mit einigen von ihnen habe ich immer noch Kontakt so z.B. mit meinem am Anfang behandelnden Arzt.


Seitdem ich wieder zuhause bin kämpfe ich weiter, trage fleißig meine Kompressionsstrümpfe, mache vieeeel sehr viel Sport, nehme Wassertabletten um endlich das Wasser was ich einlagere aus dem Körper zu bekommen. Warte auf die Genehmigung das ich meine Weiterqualifizierung vom DRV da ich leider erstmal nicht mehr in meinem Job arbeiten kann...
Mit dem Nähen fange ich langsam wieder an, an meinem Buch schreibe ich auch fleißig weiter und versuche das mir die Decke nicht auf den Kopf fällt.